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Neuenkirchen gründet Netzwerk für „Frühe Hilfen“

Das 2012 in Kraft getretene Kinderschutzgesetz schreibt den Aufbau von lokalen Netzwerken zur
Unterstützung von Kleinkindern und deren Eltern vor. Die Kooperationspartner dieser „Frühen Hilfen“ nehmen
nun auch in der Samtgemeinde Neuenkirchen ihre Arbeit auf.

Netzwerk im Netzwerk: Gemeinsam wollen sich die Mitglieder der Frühen Hilfen für die Belange von Kindern und jungen Familien stark machen. Foto: Ulrike Havermeyer

Foto: Ulrike Havermeyer
Netzwerk im Netzwerk: Gemeinsam wollen sich die Mitglieder der Frühen Hilfen für die Belange von Kindern und jungen Familien stark machen.

 

„Wenn wir gemeinsam ein Netzwerk bilden wollen“, lud Fachbereichsleiterin Ruth Klaus-Karwisch die mehr als zwanzig Gründungsmitglieder ein, „müssen wir uns besser kennen lernen.“ Denn zu wissen, wer vor Ort welche Kompetenzen mitbringt, wenn es darum geht, den Fokus auf die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern und die Sorgen und Nöte der Erziehenden zu richten, ist ein wichtiges Ziel des Netzwerks.

Präventiver Ansatz

„Wir haben hier in Neuenkirchen zwar viele gut funktionierende Familien und ein gut ausgebautes Bildungssystem“, betonte Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay, „aber die Wege im ländlichen Raum sind einfach weiter als die in städtischen Bereichen.“ Bei den Frühen Hilfen gehe es nicht darum, Eltern bei ihrer Erziehungsarbeit zu kontrollieren, sondern ihnen bei Bedarf eine möglichst umfassende Hilfestellung zu geben. „Die Frühen Hilfen sind ein klar präventiver Ansatz.“

21 Kommunen, 21 Netzwerke

„Was wir frühzeitig begleiten, müssen wir später nicht reparieren“, gab Annemarie Schmidt-Remme vom Fachdienst Jugend zu bedenken. Denn auch im Landkreis Osnabrück gebe es noch immer „etliche Fälle von nicht gelungenem Kinderschutz“. Bis 2017 solle es deshalb in allen 21 Kommunen des Landkreises ein eigenes Netzwerk geben. „Wir müssen uns fragen, wo uns die Familien, in denen das Kindeswohl gefährdet ist, verloren gegangen sind“, appellierte Schmidt-Remme, die die Frühen Hilfen im Landkreis koordiniert, an die Neuenkirchener Netzwerker. Der Blick richtet sich zunächst auf den Zeitraum ab der Schwangerschaft bis zum dritten Geburtstag des Kindes. „Die Angebote, die im Rahmen des Netzwerks entwickelt werden“, erklärte Schmidt-Remme, „zielen nicht nur auf Familien und Alleinerziehende in belasteten Situationen, sondern ausdrücklich auf alle Familien.“ Der Landkreis unterstützt jedes kommunale Netzwerk pro Jahr mit 10000 Euro.

Multiprofessionalität

Was das Kinderschutzgesetz als „koordinierte, multiprofessionelle Angebote“ umschreibt, die es vorzuhalten gelte, versuchen die Neuenkirchener jetzt vorbildlich umzusetzen: Auf Einladung von Lisa Diekmann-Holtkamp vom Familienservicebüro, die zugleich als Ansprechpartnerin für die Frühen Hilfen vor Ort fungiert,  hatten sich Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen eingefunden, um die Gelegenheit zu nutzen, sich auszutauschen: Ob Hebamme oder Zahnärztin, Ernährungsberaterin oder Kindergartenleiterin, Erzieherinnen, Tagesmütter, Vertreterinnen des Babybesuchsdienstes, der Mutter-Kind-Gruppen, der Frühförderung oder der Elternbeiräte, Mitarbeiter der Heilpädagogischen Hilfe und des Jugendamts – sie alle teilten offenbar den Wunsch von Ruth Klaus-Karwisch, „ein aktives und lebendiges Netzwerk“ aufzubauen. „Wir sind keine geschlossene Gesellschaft“, unterstrich die Fachbereichsleiterin, „und freuen uns darauf, weitere neue Kontakte zu knüpfen.“

Informationen zum Netzwerk Frühe Hilfen in der Samtgemeinde Neuenkirchen erteilt Lisa Diekmann-Holtkamp,  05465 201-34.

Ein Bericht von Ulrike Havermeyer / Bersenbrücker Kreisblatt
http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/728233/neuenkirchen-grundet-netzwerk-fur-fruhe-hilfen