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Zwischen Buchdeckeln lauern in Voltlage Abenteuer

jp/ps/cg/jesc Altkreis Bersenbrück. Für einige Schulen, Kindertagesstätten und Bibliotheken im Altkreis war die Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag schon fast eine Selbstverständlichkeit. Viele Ideen brachten unzählige fleißige Helfer in der Samtgemeinde Neuenkirchen mit ein und machten den Tag so zu einem Erlebnis.

In Nortrup beginnt der Aktionstag am Freitag gleich morgens um 8 Uhr. Auf Kissen und Stühlen machen es sich die Schüler in der Turnhalle bequem, als Leonhard Renze aus dem Janonsch-Buch „Komm, wir finden einen Schatz“ vorliest. Die Jungen und Mädchen der zweiten Klassen hören dem früheren Nortruper Bürgermeister gebannt zu, wie der kleine Bär und der kleine Tiger das Glück der Erde suchen. 144 Jungen und Mädchen bekommen an diesem Freitag etwas vorgelesen – und auch die Schüler selbst schnappen sich ein Buch und lesen vor: die Viertklässler für die Erstklässler und die Drittklässler für die Zweitklässler.

Wettbewerb unter Gemeinden

Es könnte der Eindruck entstehen, dass die Gemeinden beim Vorlesewettbewerb fast schon untereinander in einem Wettbewerb standen. Allein 18 Programmpunkte bietet in der Samtgemeinde Neuenkirchen das Programm für die Gemeinden Merzen, Neuenkirchen und Voltlage. Genau den Effekt wollten die Initiatoren, die Wochenzeitung „Die Zeit“, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung erreichen, als sie vor 13 Jahren zum ersten Mal einen bundesweiten Vorlesetag ausgerufen haben.

Das komplette Buch „Lotta kann fast alles“ las beispielsweise der Leiter der Neuenkirchener Goode-Weg-Oberschule, Ernst-August Schulterobben, den Schülern der Dritten Klassen vor. In ihrem Betreuungsraum hatten sie es sich gemütlich gemacht und lautschen dem vorweihnachtlichen Klassiker der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, das bereits 1977 erschienen ist, nichts an vorweihnachtlicher Aktualität eingebüßt hat und sich auch heute noch im Bücherregal der Familie Schulterobben findet. Übrigens ein Tip seiner Tochter, verriet Ernst-August Schulterobben.

Stippvisite im Kindergarten

Und auch in der Voltlager Overbergschule ist der Neuenkirchener Schulleiter an diesem Tag als Vorleser ein gern gesehener Gast, während die Voltlager Schulleiterin Annette Krone eine Stippvisite im Kindergarten St. Katharina macht und dort den Kleinen etwas vorliest.

„Eines Morgens, als der Großvater noch schlief, öffnete Peter heimlich die Gartentür und ging hinaus auf die große, grüne Wiese“, erklingt es etwas weiter, wo Maria Knuf von Jungen und Mädchen umlagert wird, als sie aus „Peter und der Wolf“ vorliest. Als die Anfrage der Gemeinde kam, wer mitmache beim Vorlesetag, überlegte die Vorsitzende des Heimatvereins und der Overbergstiftung nicht lange und sagte zu. Für sie ist es wichtig, dass Kindern mit Büchern groß werden, „denn zwischen zwei Buchdeckeln steckt doch jede Menge Abenteuer.

Harry Potters Feuerkelch

Und der Spaß kommt an diesem Tag auch bei den weiteren Aktivitäten am Nachmittag nicht zu kurz. Passagen aus „Harry Potter und der Feuerkelch“ werden bei besondere Atmosphäre im Neuenkirchen Feuerwehrhaus gelesen – aus der deutschen Übersetzung und aus dem englischen Original. Die Brüder Middelberg lesen im Im Neuenkirchener Heimathaus aus ihren Büchern vor, und auch das Voltlager Heimatmuseum bietet das richtige Ambiente für die Autorenlesung mit Melanie Jungk und ihren Büchern „Schnapsleichenfund“ und „Wer erstach Sherlock Holmes?“.

Auch in der Samtgemeinde Bersenbrück gab es an acht Standorten ein buntes Programm rund um das Vorlesen. So haben sich beispielsweise die Berufsschulklasse „Sozialassistenz“ der Berufsbildenden Schule in Bersenbrück Zeit genommen, um in Kooperation mit der Bibliothek des Bildungszentrums für einzelne Kindergruppen vorzulesen. Dabei in einer leselustmachenden Atmosphäre eine Bildbetrachtung im Dialog vorzunehmen, sei für die Kinder anregend und für ihre Schüler eine gute Ausbildung, betonte Studienrätin Nicole Bußmann.

Die Geschichte der Familie Herdmann nach dem Buch von Barbara Robinson „Hilfe, die Herdmanns kommen“ stand auf dem Programm der Bersenbrücker Paul-Moor-Schule. Eine eigens dafür gestaltete Bühnenlandschaft bot dabei die richtige Kulisse.

Projekt der Firmen

Neben Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen waren auch Firmen dabei, die den Lesetag mit Projekten unterstützten. So die Druckerei Ricke im Bersenbrücker Zentrum. Anna Behschnitt las den Kinder des Sprachheilkindergartens vor und präsentierte ein großes Bilderbuch. Die Kinder hörten und sahen gespannt zu. „Ganz so kuschelig wie heute sieht es in unseren Geschäftsräumen allerdings nicht jeden Tag aus“, erzählte die Inhaberin des Druckhauses, Birgit Blachetta. Sie freute sich jedenfalls, dass die Angebote auch der privaten Firmen von den Kindergärten so gut angenommen würden. Und zum Abschluss gabe es für die Kinder noch einen Luftballon und ein paar Weihnachtskekse in Form eines Rehs, pardon, einer „Ricke“.

Ins Altenheim

Auch die Oberschule Berge beteiligte sich mit mehreren Aktionen am Vorlesetag. „Schüler lasen zum ersten Mal im Haus Lambertus. Sie betraten ohne Hemmschwelle und voller Elan diese Einrichtung und freuten sich über die positive Rückmeldung der Bewohner, die sehr dankbar für diese generationsübergreifende Abwechslung waren“, so Lehrerin Renate Schillingmann. Auch in den Kindertagesstätten Leuchtturm und Pusteblume sowie der Kita St. Servatius lasen die Schüler, schulintern lasen die älteren Schüler in den unteren Klassen vor. Und auch die ehemalige Schulsekretärin Anke Höpker engagierte sich erneut. Rektor Gerd Beckmann dankte allen engagierten Vorlesern und der betreuenden Lehrerin Renate Schillingmann.

(Bildunterschrift):
Eva-Maria Meese las im Neuenkirchener Feuerwehrhaus aus „Harry Potter und der Feuerkelch“. Foto: Frank Wenzel

Ein Artikel des Bersenbrücker Kreisblattes

http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/808317/zwischen-buchdeckeln-lauern-in-voltlage-abenteuer#gallery&0&0&808317