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Aus Neuenkirchener Rudelsingen wird Tannenbaumglühen

Der Förderkreis Neuenkirchen lädt am Samstag, 26. November, zum gemeinsamen Singen ein, doch nicht mehr unter dem Motto „Rudelsingen bis der Tannenbaum glüht“, denn der Begriff „Rudelsingen“ ist rechtlich geschützt. Nunmehr wird zum Tannenbaumglühen unter dem leuchtenden Weihnachtsbaum auf dem Dorfbrunnenplatz gebeten, gesungen wird aber trotzdem.

Förderkreis-Vorsitzende Christiane Kirchhof staunte nicht schlecht, als ihr am frühen Montagmorgen nach der Berichterstattung über die geplante Veranstaltung, sowohl in der Printausgabe des „Bersenbrücker Kreisblattes“ als auch in der Onlineausgabe der Heimatzeitung, eine E-Mail der Firma White Note aus Münster erreichte. „Sie veranstalten ohne Rücksprache mit uns ein Rudelsingen. Wir möchten Sie bitten, ihre Veranstaltung umgehend und kurzfristig umzubenennen“, schrieb deren Geschäftsführer David Rauterberg. Diese Bitte verwunderte zwar etwas, doch aus dem weiteren Schreiben des Münsteraners wurde deutlich, das die freundliche Aufforderung aus seiner Sicht durchaus angebracht ist.

Geschützte Marke

Gleichzeitig verwies er in dem Schreiben darauf, dass der Begriff Rudelsingen eine geschützte Marke der Firma White Note ist – und das sowohl beim Deutschen Patentamt als auch auf europäischer Ebene. Darauf hatten die Neuenkirchener im Überschwang der Pläne, den eigenen Weihnachtsbaum auf dem Dorfbrunnenplatz etwas besser in Szene zu setzen, bei der Namenswahl nicht geachtet.

So blieb dem Förderkreis nichts anderes übrig, als der münsterschen Firma mitzuteilen, dass der Bitte entsprochen werde. Statt „Rudelsingen bis der Tannenbaum glüht“, kamen die Neuenkirchener Verantwortlichen überein, die Geschichte in Tannenbaumglühen umzubenennen. Musikalische Unterstützung wird es für die Sänger durch Kinderchor, Gospelchor, Kirchenchor und Blaskapelle geben. Da der Förderkreis in der Gemeinde nicht gerade massenweise Plakate aufgehängt hat, wird es in dieser Hinsicht leicht fallen, diese auszutauschen oder zu überkleben. Bei den Flyern, die auch schon der eine oder andere mit nachhause genommen hat, wird das nicht ganz so einfach.

„Nicht groß problematisieren“

Mit der Umbenennung in Tannenbaumglühen kann auch David Rauterberg gut leben. „Ich wollte das Ganze nicht groß problematisieren“, so der Münsteraner auf Anfrage gegenüber dem „Bersenbrücker Kreisblatt“. Er freue sich immer, wenn Menschen zum Singen zusammen kommen. „Wir wollen aber unsere Marke geschützt wissen“, erklärt der White-Note-Geschäftsführer, denn bundesweit gebe es monatlich bis zu 50 Rudelsingen-Veranstaltungen des Unternehmens, die auch alle gleich gestaltet sein sollen. Mittlerweile seien neun Team des Unternehmens unterwegs, um als Sänger und Pianisten Begleitung beim Rudelsingen zu geben. Und wer auf der Homepage des Unternehmens schaut, wird sogar das Neuenkirchener Rudelsingen entdecken, doch handelt es sich dabei nicht um die Hülsengemeinde, sondern um den gleichnamigen Ort in der Nähe von Rheine.

Google hilft weiter

Einen kleinen Tipp hat Rautenberg für alle parat, die nicht nur bei musikalischen Veranstaltungen auf Namenssuche sind: „Google ist da sehr hilfreich, da kann man schnall sehen, was rechtlich geschützt ist“. In diesem Fall der Begriff „Rudelsingen“ – zumindest in der EU bis 2025. „Das war uns so nicht bekannt“, muss Christiane Kirchhof eingestehen. Ein Grund mehr für die Verantwortlichen des Förderkreises, demnächst etwas genauer hinzuschauen.

 
Ein Artikel von Josef Pohl, Foto von Herbert Kempe / Bersenbrücker Kreisblatt
http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/809481/aus-neuenkirchener-rudelsingen-wird-tannenbaumgluehen