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Aus Bodenhaltung statt Freilandeier auch in Voltlage

Nicht nur im Landkreis Osnabrück gilt mittlerweile wegen der Vogelgrippe für Geflügel eine Stallpflicht, um eine Einschleppung des Erregers durch Wildvögel zu verhindern. Diese Anordnung bereitet jedoch nicht nur in Voltlage den Produzenten von Freiland-Eiern Sorgen.

Wer beim Einkaufen der Eier fürs Frühstück oder für den Geburtstagskuchen darauf achtet, zumindest Freilandqualität in den Einkaufskorb zu packen, der könnte im Voltlager Verbrauchermarkt in einigen Wochen keine Eier aus der Region mehr finden.

Übergangsfrist

Seit dem 12. November vergangenen Jahres herrscht im Landkreis Osnabrück und den umliegenden Regionen Stallpflicht für Geflügel. Der Grund dafür ist das hoch ansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8.

Welche Auswirkungen das vor Ort hat, dazu mochte sich auf Anfrage weder Dirk Robbe, der in Voltlage einen Eierhandel betreibt, äußern, noch ein Geflügelhalter aus Voltlage, der stark auf Freilandeier setzt. Fakt ist: Halter von Legehennen dürfen trotz der Stallpflicht ihre Eier zunächst weiter als „Freilandeier“ deklarieren. Und das, obwohl die Tiere faktisch im Stall leben. Eine Übergangsfrist macht es möglich.

Erhebliche Verluste

Diese endet aber nach zwölf Wochen, danach müssen die Eier unter der Bezeichnung „aus Bodenhaltung“ vermarktet werden. Das bedeutet dann auch preisliche Verluste, denn für Eier aus Bodenhaltung gibt es auf dem Markt weniger Geld. Auf 3,5 Cent pro Ei beziffert Eiergroßhändler Eckhard Thale aus dem benachbarten Schwagstorf die Differenz. Vom Markthändler bis zur Supermarktkette, vom Gastronomie-Betrieb bis zum Großverbraucher reicht das breite Kundenspektrum des Unternehmens. Und da der Vogelflug auch noch bis in den April anhalte, rechnet Thale mit erheblichen Verlusten für die Geflügelhalter, die auch zusätzliche Hygienemaßnahmen in ihren Betrieben veranlasst haben.

Dachverband gefordert

Der Dachverband der deutschen Geflügelwirtschaft appellierte vor diesem Hintergrund bereits an die Bundesregierung, sich bei der EU für eine Lockerung der Kennzeichnungspflichten bei Freiland-Eiern einzusetzen. „Im Kampf gegen die Geflügelpest müssen nach Tierseuchenrecht auch die Legehennen in den Stall. Das ist richtig“, so Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke, Das dürfe aber nicht aufgrund von EU-Vermarktungsnormen zu wirtschaftlichen Einbußen führen, weil gesetzliche Fristen eine Umdeklarierung von Freiland- auf Bodenhaltung erforderlich machten. Ripke spricht sich für eine Lockerung der EU-Vermarktungsordnung aus.

Bio bleibt Bio

Bezüglich des Handelsstatus können in Niedersachsen die Bio-Halter der Lage jedoch etwas entspannter entgegenblicken. „Bio-bleibt Bio“, hieß es auch schon in der Vergangenheit bei den Verbänden Naturland und Bioland. Da den Tieren mehr Platz zur Verfügung stehe als in konventioneller Haltung und die Fütterung auch weiterhin nach Bio-Richtlinien erfolge, dürften diese Eier weiter als Bioware vermarktet werden, unabhängig von der Dauer der Stallpflicht. Lediglich die sogenannte 1/3-Regel, die bedeute, dass die Hennen ein Drittel ihres Lebens Zugang zu Freiland gehabt haben müssen, sei zu beachten.

Warum die Bio-Betriebe besser behandelt werden als die anderen Geflügelhalter, das kann Eckhard Thale nicht so ganz nachvollziehen. Auch hier sei der Dachverband bereits am Zuge und versuche etwas zu bewegen, so der Schwagstorfer.