Anmelden Registrieren Willkommen bei der Samtgemeinde Neuenkirchen...

Jäger bitten um Achtsamkeit

Brut- und Setzzeit der Wildtiere beginnt am 1. April – Anleinpflicht für Hunde bis 15. Juli

Am 1. April beginnt die Brut- und Setzzeit vieler heimischer Wildtiere. Für Spaziergänger im Wald gilt es dann einiges zu beachten, sagt Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann aus Merzen.


Im Frühjahr erwacht die Natur erneut zum Leben – im wahrsten Sinne des Wortes: Ab dem 1. April beginnt die Brut- und Setzzeit vieler heimischer Wildtiere. Bis zum 15. Juli gilt damit die Anleinpflicht für Hunde im Wald und in der freien Landschaft.

„Wir bitten daher alle Naturfreunde und Erholungssuchenden in den kommenden Wochen um erhöhte Rücksichtnahme beim Spaziergang in der freien Natur“, sagt Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann im Namen aller Jäger in der Region. Der Kontakt, bedingt durch die Neugierde eines Hundes oder einer Katze, mit Jungtieren oder einem Gelege reiche für deren sicheren Tod aus, so Meyer Lührmann weiter. Der Selbsterhaltungstrieb der Elterntiere sei bei Fasan, Hase oder auch Reh so groß, dass der Nachwuchs oder das Gelege nach dem Kontakt seinem Schicksal überlassen werde.

 Gelege oft aufgegeben

Der Kreisjägermeister nennt eine konkrete Zahl: 34 Prozent aller Gelege von Bodenbrütern werden nach seinen Worten aufgegeben aufgrund von Störungen. Um dieses zu vermeiden, sei es deshalb wichtig, dass in dieser sensiblen Zeit Hunde angeleint werden und Katzen in der freien Landschaft nicht frei herumlaufen. In seltenen, sehr extremen Fällen komme es auch zu Übergriffen von frei laufenden Hunden auf Jungtiere, auch die Elterntiere seien mitunter stark gefährdet. „Hochträchtige Rehe sind bei Weitem nicht mehr schnell genug, um vor stöbernden Hunden fliehen zu können“, erklärt Meyer Lührmann.

Für die Hundebesitzer gilt es laut Kreisjägermeister einiges zu beachten, denn die tierische Nachwuchspflege unterscheide sich häufig deutlich von der des Menschen: Zum Schutz der Jungen würden diese tagsüber vom Muttertier häufig allein gelassen. Rehkitze beispielsweise seien in den ersten Wochen nahezu geruchlos. In Verbindung mit der angeborenen „Ducken-und-Tarnen-Strategie“ seien sie so für natürliche Fressfeinde fast unauffindbar. Die Ricke erscheine nur zum Säugen, in der Zwischenzeit halte sie größeren Abstand.

Jungtiere nicht anfassen

 Solch scheinbar verlassene Jungtiere sollten Spaziergänger auf keinen Fall anfassen oder gar mitnehmen. Das Jungwild nehme bei Kontakt sofort den Menschengeruch an, das zurückkommende Muttertier durch diesen Fremdgeruch abgeschreckt – die Jungtiere werden so tatsächlich zu Waisen. „Falsch verstandene Tierliebe bewirkt in diesen Fällen leider allzu häufig das Gegenteil. Eine Aufzucht der Jungtiere durch Menschen ist sehr aufwendig und gelingt meistens nicht, außerdem ist eine Auswilderung danach nicht mehr möglich“, erklärt Meyer Lührmann. Der Appell der Jäger: „Bitte auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, unbedingt den Hund angeleint führen und Jungtiere am Wegesrand nicht anfassen.“

Mehr aus der Gemeinde Merzen: noz.de/neuenkirchen

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
http://www.noz.de/epaper/read/19976/20757/14/1/1#